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50 Jahre Volksradfahren – ein Blick zurück

50 Jahre Volksradfahren – ein Blick zurück

Mehr als 600 Radler starteteten bei der sechsten Austragung 1977.

Mehr als 600 Radler starteteten bei der sechsten Austragung 1977.

Auf der Jahreshauptversammlung 1972 des Rad Sport Club „Westfalia 1919“ Niedermehnen kam aus den Reihen der Mitglieder der Vorschlag, ein Volksradfahren auszurichten. Der Vorstand wurde beauftragt, die notwendigen Planungen und Vorarbeiten in Angriff zu nehmen. Durchgeführt wurde die erste Veranstaltung dann nicht am ursprünglich vorgesehenen Himmelfahrtstag, sondern einige Wochen später am 18. Juni, dem Geburtstag des damaligen ersten Vorsitzenden Wilhelm Bökelmann. „An meinem Geburtstag hat es bisher noch nie geregnet, ich wünsche mir dass das so bleibt“, war seine optimistische Voraussage.

Der Hauptgewinn: EIn Fahhrad

Die Erwartungen hinsichtlich der Teilnehmerzahl wurden bei der Premiere deutlich übertroffen. Der Niedermehner Bürgermeister Lahrmann gab den Startschuss ab und konnte 249 Trimmfahrer auf die 20 km lange Strecke schicken. Start und Ziel befand sich an der heute nicht mehr existierenden Vereinsgaststätte Krüger, die Streckensicherung übernahm die örtliche Feuerwehr. Das Startgeld betrug 2,- DM für Jugendliche und 3,- DM für Erwachsene. Nach der Zieldurchfahrt gab es als Auszeichnung eine Medaille und mit ihrer Startkarte nahmen alle Teilnehmenden an einer Verlosung teil. Hauptgewinn war ein vom RSC Mitglied Walter Pörtner gestiftetes Fahrrad. Der teilnehmerstärkste Verein wurde mit einem Fass Bier belohnt.

Die Medaillien der ersten 25 Austragungen

Nach der gelungenen Premiere stand fest, dass es auch im nächsten Jahr ein Volksradfahren geben würde. Die Teilnehmerzahlen stiegen stetig, weil ein Wandel in der Einstellung zum Fahrrad nach der Ölkrise 1973 einsetzte: Gesundheits- und Umweltbewusstsein wuchsen, Freizeitgestaltung mit dem Rad wurde wieder populär. 1973 waren es 302 Starter, 1974 schon 448 Starter und im Jahre 1980 wurde mit 1.086 Startern erstmals die magische Tausendergrenze überschritten. Absoluter Höhepunkt, was die Teilnehmerzahlen angeht, war dann 1983, als sich sage und schreibe 1.175 Trimmfahrer am Start einfanden. Die Organisationsteams waren immer stolz darauf, den Startern landschaftlich attraktive und abwechslungsreiche, ausgeschilderte Strecken mit Verpflegungsstellen anbieten zu können. Eine Premiere gab es 2017, als der RSC eine Rad-Schieß-Rallye in das Volksradfahren integrierte und gleich 28 Mannschaften teilnahmen.

Das Fahrrad gilt mit mehr als 1 Milliarde Exemplaren als die am meisten gebaute Maschine der Welt. 50 Jahre Volksradfahren sind auch eine spannende Reise durch die Welt des Fahrrads. In den Anfangsjahren waren die Teilnehmer mit Vor- und Nachkriegsmodellen mit Diamantrahmen, Tourenrädern, Citybikes und Kinder mit den guten alten Bonanza-Rädern unterwegs. Die Fahrradentwicklung ist aber nicht stehen geblieben, gestartet wird heute überwiegend mit Trekking-, ATB-Rädern und E-Bikes.

Eine ganze Fußballmannschaft unterwegs

Große Aufmerksamkeit und Staunen erregten aber immer wieder skurrile Eigenbauten. In den siebziger Jahren waren das die Vierer-Tandems des RSC und einer Gruppe aus Dielingen. 1981 sah man einen „Sechs-Sitzer“ am Start, 1997 sogar ein „Zehner-Tandem“. Absolutes Highlight aber war 1990 ein viel bestauntes 14er-Tandem mit eingebauter Getränke-Bar.

Trotz des oft launischen Juniwetters konnten sich bei den bisherigen 49 Veranstaltungen bislang mehr als 35.000 Radfahrer mit einer Medaille auszeichnen lassen. Und so einige sind stolz darauf, in jedem Jahr dabei gewesen zu sein und verweisen auf einen kompletten Medaillensatz. Die jüngsten Selbstfahrer sind in der Regel 3 ½ Jahre, die ältesten Teilnehmer fast 90 Jahre alt. Ab der dritten Austragung wurden für die Jüngsten und Ältesten Starter Preise ausgelobt.

Spannung bei der Verlosung

Das Niedermehner Volksradfahren hat mittlerweile bei vielen Teilnehmern schon Kultstatus und animiert Jung und Alt zum Mitfahren. Aktive Großeltern, die selbst schon als Kinder dabei waren, fahren jetzt zusammen mit ihren Enkelkindern eine der angebotenen Touren. Frühschoppenmusik, Erbsensuppe, Kuchentheke, Getränke- und Imbissstände, Hüpfburg sowie attraktive Preise aus der Tombola, die alljährlich von Sponsoren zur Verfügung gestellt werden, sind seit den Anfangsjahren fester Bestandteil des Volksradfahrens. Wenn Ihr Los aus der Lostrommel oder in späteren Jahren aus der Mischmaschine gezogen wurde, freuten sich viele glückliche Gewinner über ein neues Fahrrad oder eine Reise nach Paris oder München.

Mehr Fotos vom Jubiläum gibt’s in unserer Galerie.

Hans-Joachim Albrecht

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