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Hallenradsportler appellieren an Verbände und Entscheidungsträger

Hallenradsportler appellieren an Verbände und Entscheidungsträger

Die Corona-Pandemie hat den Sport weiterhin fest in der Hand und sorgt für massive Einschränkungen. Auf Lockerungen darf man vorerst nicht hoffen. Während der Profisport im Fußball, Handball, Basketball, Volleyball und Eishockey seinen Spiel Betrieb ohne Zuschauer fortsetzen kann oder will, muss der Amateur- und Freizeitsport ruhen. Durch den Teil-Lockdown herrscht nun seit Wochen ein Trainings- und Wettkampfverbot, Lockerungen stellt die Politik derzeit nicht in Aussicht.

Das vom Deutschen Olympischen Sport Bund (DOSB) vorgestellte TüV geprüfte Hygiene-Rahmenkonzept für den Wettkampf- und Sportbetrieb ist ein nutzlos gewordenes Papier. Auch beim RSC Niedermehnen ist das gesamte Vereinsgeschehen zum Erliegen gekommen. Es besteht die berechtigte Sorge auf einen spürbaren Mitgliederschwund und dass auf Dauer viele Kinder und Jugendliche als Mitglieder oder Radballtalente gerade verloren gehen.

Der RSC unterstützt deshalb den Appell der Nationalkader AthletenInnen um Serafin Schefold (Kunstrad) und Bernd Mlady (Radball) im kommenden Jahr, trotz der andauernden Corona Krise, wieder vermehrt Wettkämpfe stattfinden zu lassen und den Hallenradsport somit nachhaltig am Leben zu erhalten.

 Der offene Brief der KadersportlerInnen im Wortlaut:

Lieber BDR,
liebe RKB,
liebe Kommission Halle,
liebe VertreterInnen der Landesverbände,
liebe VertreterInnen der hallenradsporttreibenden Vereine,
liebe Funktionäre,
liebe Hallenradsportfamilie,

unsere gesamte Sportart liegt nun fast ein ganzes Jahr, bedingt durch die anhaltende Pandemie, still. Dieses Jahr mussten wir einsehen, dass es in so einer Krise Wichtigeres gibt als den Sport und die Gesundheit und die finanzielle Existenz unserer MitbürgerInnen im Vordergrund stand. Deswegen war es richtig, nahezu alle Wettbewerbe abzusagen und zeitweise auch das Training einzustellen. Auch jetzt sind die meisten von uns wieder gezwungen, das Training zu pausieren.

Da die Pandemie sich nicht an unseren Kalender hält und uns auch 2021 weiterbegleiten wird, müssen wir uns überlegen, wie wir mit diesen besonderen Umständen zurechtkommen. Wir müssen nach vorne blicken und unsere Sportart im kommenden Jahr wiederbeleben. Ansonsten droht sich die anhaltende Situation zu einer zu langen Durststrecke für die Vereine und das dahinterstehende Ehrenamt, die Funktionäre, die Kommissäre, die BetreuerInnen und TrainerInnen und vor allem auch für uns, die Sportlerinnen und Sportler, zu ziehen. Gerade wir SportlerInnen brauchen konkrete Ziele, um motiviert zu bleiben.

Wenn im nächsten Jahr keine Wettkämpfe stattfinden, wird wahrscheinlich der eine oder andere SportlerIn aufhören. Und da es sowohl den Breiten- als auch den Spitzensport betrifft, könnte uns eine hohe Fluktuation bevorstehen. Zusammen mit dem fehlenden Nachwuchs, der uns momentan auch größtenteils ausbleibt, würde das langfristig große Lücken in die Starterfelder und Ligen reißen. Deswegen appellieren wir, die SportlerInnen der A/B/C-Nationalmannschaften in Vertretung für alle SportlerInnen unserer Sportart, an alle Funktionäre und Vertreter der Verbände und jedes einzelnen Vereins, dass die Wettkampfsaison 2021, wenn irgendwie möglich, stattfinden muss. Und zwar in vollem Umfang, angefangen bei den regionalen Wettkämpfen im Nachwuchsbereich bis hin zu den nationalen Wettkämpfen der Elite. Gerade auf die kleineren und regionalen Wettkämpfe, die als Qualifikationsdurchläufe für die Wettkämpfe auf der nächsthöheren Ebene dienen, sind wir angewiesen. Den Anreiz im Training brauchen sowohl die SchülerInnen als auch die erwachsenen SportlerInnen gleichermaßen.

Natürlich werden wir auch im kommenden Jahr mit Einschränkungen konfrontiert sein, denen wir jedoch entgegentreten müssen, indem wir die Wettkämpfe ebenso ausrichten, wie es an dem jeweiligen Ort und zum jeweiligen Zeitpunkt möglich ist. Darüber hinaus wird es von allen eine gewisse Spontanität fordern, da niemand vorhersagen kann, wie sich der Verlauf der Pandemie entwickelt. Aber: Die Durchführung eines Wettkampfes unter Minimalbedingungen, z. B. ohne Zuschauer und Bewirtung, ist besser als kein Wettkampf. Zur Not sind Fahr- und Spielflächen, Kommissäre und eine Musikanlage ausreichend. Kein Veranstalter soll sich über hohe Kosten Gedanken machen müssen. Unter Umständen wird es auch nicht möglich sein, mit der Ausrichtung eines Wettkampfes Gewinn zu erwirtschaften, aber der Einsatz des Vereins sorgt dafür, dass es mit dem Hallenradsport weitergeht. Und dabei gewinnen alle Beteiligten.

Wir erfreuen uns alle an vollen Rängen, schön dekorierter Hallen, Geschenke bei Siegerehrungen, gutem Essen und geselliger Runden bei den Meisterschaften. Dennoch steht der sportliche Wettkampf im Vordergrund, den wir 2021 unbedingt austragen sollten – auch unter Verzicht der oben genannten Punkte.

Dabei steht niemand allein da. Wir können und sollten uns gegenseitig unterstützen, um mit den Herausforderungen, die für uns alle neu sind (z. B. die Erstellung eines Hygienekonzeptes), zurecht zu kommen. Vielleicht gelingt es uns auch, den einen oder anderen Wettkampf als Verbund mehrerer Vereine auszurichten, um die Lasten zu verteilen.

Wir hoffen sehr, dass unser Appell bei Euch Anklang findet und wir auf eine wettkampfreiche und möglichst uneingeschränkte Saison 2021 blicken können!

Liebe Grüße

die SportlerInnen der A/B/C-Nationalkader in Vertretung aller HallenradsportlerInnen

Quelle: Rad-net

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